Navarrete – Nájera

Das Klick-Klack von Trekkingstöcken unter meinem Zimmerfenster weckt mich um 5.30 Uhr, die ersten Wanderer machen sich auf den Weg. Ich lasse mir Zeit, bis alles gepackt ist und die Dauerwelle liegt, ist es 7.20 Uhr. Appetit habe ich keinen, also trinke ich eine kleine Flasche Wasser und mache mich auf den Weg. Dieser verläuft die ersten zwei Stunden entlang einer Nationalstraße und Autobahn, dann biege ich links nach Ventosa ab. (Es ist interessant, dass in Spanien oft Schilder stehen, welche Fußgänger auffordern, die linke Straßenseite zu nutzen. Selbst die Polizei fordert aus dem Auto heraus mit den Worten ‚man sehe dann wenigstens das Auto welches einen erwischt‘ dazu auf. In Deutschland kriegen die Leute das nicht in den Schädel, selbst bei Auflügen mit dem Kindergarten wird es den Kindern falsch beigebracht.)

in Ventosa frühstücke ich in aller Ruhe, dann läuft Henry an mir vorbei. Ich habe ihn von Beginn meiner Reise regelmäßig gesehen und gegrüßt, wir beschließen ein paar Meter gemeinsam zu gehen. Die nächsten 2 1/2 Stunden und 11 km vergehen wie im Flug, wir unterhalten uns über Coelho, Weißwein und das Leben an und für sich, erfreuen uns im Weinberg an einem Konzert von Miguel ‚Vivis‘ alias ‚die Gitarre‘ und laufen schon früh um 12 Uhr in Nájera ein. Ich wundere mich über die vielen Menschen auf der Straße, der Geruch von  gegrilltem Fleisch erfüllt die Luft und die Stimmung scheint außergewöhnlich ausgelassen. So ein Grill hat die Größe eines Kleinwagens, ist aufs einfachste zusammengebaut und die Grillmeister erzielen trotzdem Ergebnisse, welche jeden 2000 Euro Weber-Grill Besitzer demütig auf die Knie sinken lassen sollten. Später erfahre ich, dass heute San Juan gefeiert wird, der ganze Ort ist auf den Beinen, Kapellen ziehen durch die Straßen und Bühnen werden aufgebaut. Sherlock befürchtet, dies wird keine ruhige Nacht, denn wenn es nicht laut ist, ist es nicht spanisch. Trotzdem bleibe ich hier, es sind schwere Gewitter vorhergesagt – mit ein wenig Glück sprengen die ja auch die Party Crowd.

Als ich in der Herberge einchecken will, erscheint aufgeregt ein älterer Herr. Er entpuppt sich als Hotelbesitzer des ‚Duque De Nájera‘, er hat mich aufgrund meiner früheren Übernachtungen dort erkannt und besteht – schon etwas weinselig – darauf, dass ich, natürlich zum Spezialpreis, in seinem Hotel übernachten müsse. Sei es drum, ich gehe mit ihm mit und bezahle tatsächlich nur die Hälfte…

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