Nájera – Santo Domingo de la Calzada

Die geplante Laufzeit wird heute ca 6 Stunden betragen, und weil ab mittags Gewitter angesagt sind, gehe ich um kurz vor Sieben los. Trotz der Feiern zu Ehren von San Juan, San Pedro und San Wasweissichwer war die Nacht ok, und so kämpfe ich mir meinen Weg durch die mit Plastikbechern bedeckten Straßen Najeras. Auch der Starkregen hat die Crazy Partypeople gestern nicht vom Feiern abgehalten, fand ich jetzt nicht sooo schlimm, ich finde Frauen mit nassen weißen T-Shirts ja ganz gut…

Zum ersten Mal laufe ich heute mit halbwegs federnden Schritten und schleppe mich nicht wie ein angeschossener Infanterist Meter um Meter vorwärts. Und während mich bisher auch die Siechen und Gebrechlichen leichtfüßig überholten, schwimme ich heute im Strom der Mehrheit mit. Es geht leicht wellig immer gerade aus, und wenn die hier etwas zu bieten haben, so ist das Gegend. Mein Gott, haben die hier Gegend.

Ich treffe auf drei Amerikanerinnen, die hatte ich auf meiner ersten Etappe kurz hinter Pamplona schon gesehen und war da fassungslos, wie eine der Grazien in einer Bar stumpf auf englisch und im Gutsherrenton beim Inhaber bestellte. Mit der original Duffy Duck Stimme!

Sie sind aber dann doch ganz umgänglich, wir laufen eine Weile gemeinsam, und die drei Lehrerinnen aus Colorado sind sogar recht wissbegierig. Nach dem zweiten Frühstück trennen sich unsere Wege ersteinmal, ich laufe über den nächsten Hügel und sehe Santa Domingo schon vor mir liegen, ich schätze mal gute 3 km bergab. Dann beginnt das Wunder von Santo Domingo de la Calzada, denn mit jedem meiner Schritte scheint sich der verschissene Kirchturm zwei Schritte zu entfernen. Nach einer halben Stunde habe ich mich dem Ort anscheinend keinen Meter genähert. Ich bin wirklich angepisst, denn in meinem Rücken brauen sich dichte Wolken zusammen. Irgendwann hat mein Schöpfer dann doch ein Einsehen, ein kräftiger Rückenwind schiebt mich gerade vor den ersten Tropfen in die Stadt.

Bevor ich in meine Herberge verschwinde (Roomconcept), wundere ich mich bei einem Gin Tonic noch über die schlagartig steigenden Pilgerzahlen, bisher war es nämlich überschaubar. Wo kommen die denn jetzt auf einmal alle her? Only Jesus knows….

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