Belorado – San Juan – Burgos – Santander

Durch das Klappern der Störche geweckt zu werden, sollte für viele Stunden der letzte Grund zur Freude sein. Seit zwei Tagen machte mir mein Heuschnupfen wieder zu schaffen – nicht unbedingt erstaunlich wenn man sich die Wiesen und Getreidefelder der letzten Tage vergegenwärtigt. Meine Augen und Gelenke sind geschwollen, Luft bekomme ich auch schwer. Außerdem machen sich die 250.000 Schritte (rund 200 km) und ca 3000 Höhenmeter der letzten Tage bemerkbar. Aber einen Pausentag möchte ich auch nicht einlegen, also laufe ich erstmal los, widerwillig und patzig wie ein Kleinkind, aber ich laufe.

Unterwegs überlege ich mir – bei wunderschönen Wetter und unglaublicher Landschaft – meinen Plan für die nächsten Tage. Eigentlich wollte ich ja die Meseta überspringen und ab Leon weiterlaufen, aber meine Allergie lässt mich da vorsichtig werden. Warum also nicht nach Santander fahren und den – eh ursprünglich geplanten – Küstenweg gehen?Die Meeresluft müsste mir eigentlich gut tun, und ein Tapetenwechsel würde sicherlich auch mein mentales Loch halbwegs zuschütten. Als dann noch im nächsten Ort mein Frühstück wegen geschlossener Bar ausfällt, ist mein Entschluss gefasst: falls irgendwo eine Bushaltestelle kommt und falls dann auch noch ein Bus zeitnah fährt, dann fahre ich nach Santander via Burgos!

Vor der Busfahrt muss ich mich noch 23 km quälen, im Jiminez Bus buche ich via App den vorletzten freien Platz im ALSA Bus nach Santander. Auf dem Platz vor der Kathedrale genieße ich einen Vermut und Miniburger vom Wagyu Rind, natürlich wird wieder irgendetwas oder irgendwer gefeiert und Riesenpuppen und lustig gewandete Kinder mit Flöten hüpfen vorbei.

Als ich mich in den voll besetzten Bus quetsche, telefoniert man wild durcheinander, der macht Geschäfte, der andere scheint seine Beziehung telefonisch zu beenden, der eine hört laut spanischen Rap und alle gemeinsam essen im Bus komische Dinge deren Geruch sich mit der stickigen Luft verbindet. Dante saß zweifelsfrei in so einem Bus, als der den siebten Kreis der Hölle beschrieb. Naja, sind ja nur 2.45 Stunden Fahrzeit.

In Santander angekommen, lässt der Anblick des Meeres mein versteinertes Herz kurz aufhüpfen: alles wird gut werden!

Ich gönne mir eine schöne Bleibe direkt am Hafen, das Vincci Hotel.

Morgen laufe ich erst mittags los, und auch nur 2-3 Stunden – aber ich freue mich darauf!

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